Naturschutzgebiet ''Langballigau''

Tal der Langballigau
Das Besondere am Tal der Langballigau ist die Vielfältigkeit seiner Natur. In ein und demselben Naturschutzgebiet finden sich sowohl eine erhaltenswerte Wald- als auch Küstenflora — direkt nebeneinander. Zusammen mit den Ufer- und Feuchtlebensräumen des Bachtals, den extensiven Weiden und sich selbst überlassenen Randbereichen kann man hier eine außergewöhnlich artenreiche Landschaft erleben.
 

Langballigau bei Unewatt

Grasfrösche, Erdkröten, Teichmolche und Waldeidechsen ernähren sich von den zahlreichen Insektenarten, die in der Dämmerung auch den Fledermäusen Nahrung bieten.

Ermöglicht hat diesen Artenreichtum die große Vielfalt der erdgeschichtlichen Erscheinungsformen. Zunächst durch einem Seitenarm des Flensburger-Förde-Gletschers und dessen Schmelzwasser entstanden, ist das Tal später durch die Langballigau und ihre Nebenbäche eingeschnitten worden.

Rund 40 akut bedrohte Pflanzenarten konnten sich hier behaupten. Ca. 120 Vogelarten nutzen das Tal als Brutplatz, darunter Rotschenkel und Austernfischer, Kiebitz, Rebhuhn, Feldlerche und Eisvogel.

umgestürzte Baumgruppe in einem Nebenbachtal

 
Zwischen den steilen bewaldeten Hängen und der weitgehend noch natürlich mäandrierenden Au war eine Entwässerung des feuchten Talgrundes und die spätere Nutzung der Wiesen schwierig und anstrengend. Im Zuge der modernen Landwirtschaft wurde das Tal für die Bewirtschaftung uninteressant. Ein Segen für viele Pflanzen und die darauf und davon lebenden Tierarten.
 
Blick auf das Tal der Langballigau von Osten An der Mündung des 13 km langen Bachs entwickelte sich ein ganz anderer Lebensraum. Durch den nacheiszeitlichen Meeresspiegelanstieg wurde die eigentliche Bachmündung überspült. An der Förde entstanden Kliffs, deren Abtrag seit rund 2.000 Jahren ein deltaartiges Höftland vor der Mündung aufgebaut hat. Heute wird in diesen Vorgang durch den Menschen eingegriffen, der hier einen Yacht- und Schutzhafen unterhält.

Von hier oder vom Landschaftsmuseum Unewatt aus kann man die vielen Schätze des Tals und die abwechslungsreiche Landschaft auf einer Wanderung erleben.
 
Informationstafeln und Wegweiser führen den Interessierten das Tal der Langballigau hinauf und wieder hinab. Es ist nicht wichtig, welchen der Wanderwege man einschlägt. Denn jeder Weg zwischen den bis zu 15 m hohen bewaldeten Hängen bietet besondere Naturerlebnisse. Hinweise und Beschreibungen sind hier zu bekommen. Am besten, man erkundet sie alle.

 

Informationen: Langballigau

Lage
an der Flensburger Förde, südöstlich von Glücksburg an der B 199

EMail-Adresse
sas.marketing@wikinger-land.de

Internet
http://www.schlei-region-ostsee.de/news.php?par_id=255

Ansprechpartner
Dr. Reise, Naturschutzverein im Amt Langballig e.V., Süderende 1, 24977 Langballig oder Tourist-Information Langballig, Süderende 1, 24977 Langballig Telefon 04631-2613 (Dr. Reise) oder 04636-8836 (Tourist-Information)

Träger
Naturschutzverein im Amt Langballig e.V. Anfahrt per PKW oder sonstige Anfahrtsmöglichkeiten
über die A 7 bis Flensburg, von dort auf der B 199 Richtung Kappeln bis Langballig, dort links Richtung Langballigau abbiegen

Parkplätze
Parkplatz am Hafen von Langballigau oder am Landschaftsmuseum Angeln in Unewatt

Öffnungszeiten
auf den Wegen jederzeit zugänglich

Sehenswertes in der näheren Umgebung
Landschaftsmuseum Angeln/Unewatt, Unnewatter Str. 1a, 24977 Langballig, Tel. 04636-1021 http://www.museum-unewatt.de/

Weitere Informationen
Unewatt liegt im tiefen Tal der Langballigau. Seit 1987 entstand hier das Landschaftsmuseum Angeln, das 1993 eröffnet wurde. Vier Museumsgebäude darunter auch die Mühle "Fortuna" sind inzwischen zu Museumsinseln ausgebaut. Sie bereichern den landschaftlich wie geschichtlich interessanten Ort Unewatt und seinem aussagekräftigen, älteren Architekturbestand. Dazu zählt auch die kleine Wassermühlenanlage mit oberschlächtigem Wasserrad in der Dorfmitte, das im Inneren einer hofeigenen Meierei ein Drehbutterfaß antreibt.

Letzte Aktualisierung: 22.2.2006